Im Musikzimmer in den 60-er Jahren in seinem Haus in Zell
Im Musikzimmer in den 60-er Jahren in seinem Haus in Zell
Der Komponist Paul Burkhard und seine Welt
Ein Feuerwerk an musikalischen Ideen
So leicht wie die Finger des begabten Pianisten Paul Burkhard über die Tasten glitten, so leicht bewegte er sich in der feinen Gesellschaft – schon als junger Operettenkomponist voll frischer, musikalischer Ideen und später auch in den 14 Jahren als Dirigent des Radio-Sinfonieorchesters Beromünster. Seine Passion waren die Menschen, seine Leidenschaft aber galt den kleinen, zierlichen, ästhetischen Dingen: Er liebte antike Puppen-Häuser genauso wie glitzrige Weihnachtsbäume und schön geformte Pralinen. Und ganz besonders zierliche, aussergewöhnliche und persönliche Geschenke – nicht für sich, sondern für andere. So nahm er sich jeweils sehr viel Zeit, um in den Zürcher Spezialgeschäften das Richtige zu finden.
«Kei Mueter weiss...»
Im Singspiel «D’Zäller Wiehnacht» ist das Lied «Kei Mueter weiss» oder das Chanson der Serviertochter Irma «Mis Chind» aus der «Kleinen Niederdorf-Oper» eine Hommage und ein Dankeschön an seine Mutter. Mehr als ein Dutzend Burkhard-Werke wurden fürs Fernsehen aufgezeichnet – vom «Schwarzen Hecht» und der deutschen Fassung «Feuerwerk» bis zu den religiösen Singspielen aus der Zeller Zeit. Meist war Ettore Cella der Fernsehregisseur der TV-Produktionen, die oft gemeinsam mit der ARD entstanden.
Bereits legendär sind die drei humorvollen Unterhaltungssendungen, die 1962 zu Burkhards 50. Geburtstag in drei Ländern ausgestrahlt wurden.
Alles in «Päulis» Leben drehte sich um Alpha und Omega, um Anfang und Ende, um Geburt und Tod. Immer wieder tauchten dazu symbolische Bilder in seinem Leben und Werk auf. Etwa in seinem im Kloster Niederaltaich uraufgeführten Kammermusikwerk «Die sieben Stufen des Lebens». Darin symbolisiert die Nachtigall als «Bringerin eines sanften Todes» mit ihren von der Klarinette gespielten Melodien das Leben eines Menschen. Paul Burkhard konnte die Premiere seines letzten, ebenfalls von SF DRS und ARD übertragenen Musicals «Regenbogen» (1977) nicht mehr erleben.
In diesem leicht nostalgischen Alterswerk kommt der Gaukler und Trödler Pamfalon in einem der Lieder resigniert zur Einsicht: «So viele Dinge gibt es auf der Welt, die ich gar nicht brauche.»
(Quelle: Autor Philipp Flury. Für das Schweizer Fernsehen, Personalzeitschrift LIVE in der RETRO - Menschen und Themen aus der SF-Vergangenheit.)
Mit zwei von seinen vielen Hunden
Eines der letzten Bilder aus dem Jahr 1977
O mein Papa Paul Burkhard – Leben und Werk